Impedanz von Bauteilen berechnen
Schritt für Schritt
1. Rechenbeispiel Spule
Die Impedanz einer Spule ergibt sich zu
ZL = jXL = jωL = j2πfL
und ist rein imaginär. Sie wächst mit der Frequenz und bewirkt eine Phasenverschiebung von +90°.
2. Rechenbeispiel Kondensator
Die Impedanz eines Kondensators ergibt sich zu
ZC = jXC =(jωC)-1 = (j2πfC)-1
und ist ebenfalls rein imaginär. Sie fällt mit der Frequenz ab und bewirkt eine Phasenverschiebung von -90°.
3. Reihen- und Parallelschaltung
Bei Wechselstromkreisen werden Impedanzen nach den gleichen Grundregeln kombiniert wie Widerstände in der Gleichstromtechnik – allerdings als komplexe Größen.
In einer Reihenschaltung addieren sich die Impedanzen:
Zr = Z1 + Z2 + Z3 + …
In einer Parallelschaltung gilt die bekannte Kehrwertregel:
Zp-1 =
Z1-1 +
Z2-1 +
Z3-1 + …
Die Gesamtimpedanz der dargestellten Schaltung aus R, L, C ergibt sich somit zu:
4. Betrag und Phase bestimmen
Der Betrag der Impedanz beschreibt die gesamte Größe des Wechselstromwiderstands und damit,
wie stark der Stromfluss insgesamt begrenzt wird.
Die Phase gibt an, wie stark Strom und Spannung gegeneinander verschoben sind und zeigt,
ob das Verhalten eher induktiv oder kapazitiv ist.
Zusammen liefern beide Größen eine vollständige Beschreibung der komplexen Impedanz.
5. Wirk- und Blindanteil bestimmen
Der Wirkwiderstand beschreibt den realen Anteil der (Gesamt-) Impedanz, in dem elektrische Energie dauerhaft in Wärme umgewandelt wird.
Er steht für die tatsächlichen Verluste in der Schaltung und ist unabhängig von der Frequenz konstant.
Der Blindwiderstand hingegen steht für den speichernden Anteil, bei dem Energie zwischen Quelle und Bauteil hin- und herpendelt.
Er entspricht dem imaginären Anteil der komplexen Impedanz.